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Kein Plastik um die Pasta, Basta!

Endlich ist es soweit! Nach monatelanger Suche, Forschung und Entwicklung bringen wir eine Neuheit in Sachen Verpackung auf den Markt! 100% PLASTIKFREI!

Unsere Suche nach einer nachhaltigen Verpackung war eine Reise voller Überraschungen, Kulturschocks, Rückschlägen und Hoffnungsschimmern, aber vor allem war sie geprägt davon, neue Dinge zu lernen! In diesem Beitrag wollen wir diese Learnings mit Euch teilen – Warum PLASTIKFREI? Wie sieht es mit Bio-Plastik aus? Was bedeutet eigentlich plastikfrei und warum ist es scheinbar so schwer umsetzbar? Vor diesen Fragen standen auch wir vor einiger Zeit, heute haben wir zwar noch nicht alle Antworten, aber zumindest einige:

Warum Plastikfrei?

Plastik ist ein wertvoller und vielseitiger Rohstoff, der uns Menschen schon bei so manchem Problem geholfen hat. Wir wollen Plastik deswegen nicht per se verteufeln. Fakt ist aber, dass wir Plastik im Moment nicht wie einen wertvollen Rohstoff behandeln, sondern geradezu verschwenderisch damit umgehen. Seine positiven Eigenschaften stehen dadurch mittlerweile in keinem Verhältnis zu dem Schaden an Mensch und vor allem Natur und Tier, den unser Umgang mit Plastik verursacht hat.

Dass Plastik ein Problem ist, müssen wir nicht mehr ausgiebig erläutern. Wir alle haben die schockierenden Bilder von vermüllten Stränden und elendig verendeten Meeresbewohnern gesehen. Wahrscheinlich seid Ihr gerade wegen dieses Problems auf uns gestoßen und lest darum jetzt diesen Blogbeitrag. Wir könnten jetzt noch einige Fakten aufführen, die fast noch dramatischer als die Bilder sind: Wie zum Beispiel, dass alles Plastik, das jemals produziert wurde (und nicht verbrannt wurden), heute noch existiert. Man geht davon aus, dass Plastik wie PET-Flaschen und Plastiktüten innerhalb von 450 Jahren verrottet, die moderne Plastikindustrie ist aber erst rund 100 Jahre alt. Plastik bleibt also noch ziemlich lange eine Bedrohung für die Umwelt. Oder dass jedes Jahr 8 Mio. Tonnen Plastik ins Meer (1 Müllwagen pro Minute) gelangen, die dann nur schwer wieder zu entfernen sind und eine tödliche Gefahr für die Meeresfauna darstellen. Auch die verheerenden Konsequenzen von Mikroplastik auf unseren Körper kennen wir spätestens seit dem Jenke Experiment

Jedoch seid Ihr hier gelandet, weil Ihr auf der Suche nach Lösungen seid, nicht nach weiteren Fakten und Darstellungen des Problems. Wir auch! Als wir 2013 die damals wundersamen und heute allseits bekannten Chia Samen entdeckten, wurden wir Teil dieses Problems. Uns faszinierten die außergewöhnlichen Nährwerte der Körner, leider war zu diesem Zeitpunkt ein Vertrieb ohne Plastikverpackung nicht vorstellbar. In Deutschland werden jährlich schätzungsweise 4,5 Mio. Tonnen Plastikverpackung produziert und damit 35% der gesamten deutschen Plastikproduktion. Mit dem Vertrieb unserer Superfoods wurden wir, ein zwar äußerst geringer, aber dennoch – ein Teil davon. Jedoch begannen wir gleich mit der Suche nach Alternativen. Unsere in der Verpackung steckenden Rohstoffe hatten wir zu diesem Zeitpunkt bereits auf Bio-Qualität umgestellt, somit kam auch in Sachen Verpackung folgerichtig die erste Frage auf: 

Wie sieht es denn mit Bio-Plastik aus?

Plastik in Bio-Qualität KLINGT zunächst wie die ideale Lösung, denn: Bio-Plastik nennt man Plastik, das aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt wurde. Außerdem sind die leichte Verarbeitung und die praktischen Eigenschaften von herkömmlichem Plastik fast identisch Das hört sich zunächst fantastisch an, oder? Die positiven Charakteristiken von Plastik bleiben bestehen – die negativen Konsequenzen für die Umwelt verschwinden. Klingt zu schön um wahr zu sein und leider ist es das auch. Die Lösung Bioplastik bringt gleich 3 entscheidende Probleme mit sich:

1. Bioplastik nicht gleich Bioplastik

Es gibt nämlich sowohl Bioplastik, das biologisch abbaubar ist, als auch Bioplastik, das dem konventionellen Plastik chemisch identisch und damit recycelbar, aber eben nicht abbaubar ist. Bei den biologisch abbaubaren Plastiksorten gibt es dann nochmal einige wenige, die dazu noch kompostierbar genannt werden dürfen. Deswegen lässt sich zur Nachhaltigkeit von Bioplastik gar kein pauschales Urteil fällen. 

2. „Nachwachsende Rohstoffe“

Per Definition sind der Ursprung von Bioplastik nachwachsende Rohstoffe. Bedeutet das, dass es sich hierbei um unbegrenzt vorhandene Rohstoffe handelt? Nicht wirklich… Auch bei der Erzeugung von pflanzlichen Rohstoffen werden Böden, Dünger und häufig auch Pestizide verbraucht. Diese fehlen dadurch an anderer Stelle, beispielsweise bei der Nahrungs- und Futtermittelherstellung. Die Fertigung von Bioplastik ist außerdem sehr energieaufwendig. Diese geht sowohl bei der Verbrennung als auch Verrottung komplett „verloren“. 

3. Biologisch abbaubar, kompostierbar und recyclebar (theoretisch)

Praktisch und realistisch gesehen ist das eine Illusion. Das zeigen auch Recherchen der Deutschen Umwelthilfe. Demnach wird selbst bei deklarierter Kompostierbarkeit von Bioplastikverpackungen, diese in der realen Abfallwirtschaft meist als Fremdstoff aussortiert und energetisch verwertet – also verbrannt. Grund dafür ist, dass die automatischen Sortieranlagen der Entsorgerbetriebe nicht zwischen kompostierbarem und nichtabbaubarem (Bio-) Plastik unterscheiden können. Dazu kommt, dass selbst der abbaubare Bioplastik so lange Abbauzeiten auf den Kompostierhalden hat, dass er sich hier nicht vollständig zersetzen kann. 
Das Resultat: Mikroplastik! Bioplastik ist also echt nicht so Bio wie man denkt. Zumindest finden wir, dass ein Produkt, dass sich Bio nennt auch gut für die Umwelt sein sollte und das ist Bioplastik ganz sicher nicht. Die Suche musste also weiter gehen. Die nächste Überlegung: Was, wenn wir es schaffen würden, komplett auf Plastik zu verzichten?! Der Traum Plastikfrei war geboren. Schnell war klar:  Das einzige alternative Verpackungsmaterial, das sowohl ökologisch als auch ökonomisch Sinn macht, ist Papier. Der Weg zur plastikfreien Papierverpackung sollte jedoch noch einige Hürden und Hindernisse für uns bereithalten.

Was bedeutet eigentlich Plastikfrei und warum ist es scheinbar so schwer umsetzbar?

Plastik und vor allem Mikroplastik in Tieren, in unseren Meeren, der Natur, in Kosmetik & Lebensmitteln und schlussendlich in unserem Körper ist Sch***e. Das müssen wir nicht diskutieren, da sind wir uns alle einig… Das wissen wir auch nicht erst seit den grausamen Bildern, die vor allem in den letzten Monaten viral gegangen sind und. Wieso sind trotzdem sämtliche Regale in unseren Märkten voll davon? Hat niemand Lust etwas zu verändern? Wir sind Optimisten und sagen deswegen DOCH. Doch Menschen und auch Unternehmen wollen etwas ändern, aber offensichtlich ist die Idee Plastikfreigar nicht so leicht umsetzbar, wie wir alle uns das wünschen. Wir haben diese Erfahrungen gemacht: 

Natürlich der Preis

Punkt eins ist, wie so oft in der Wirtschaft, der Preis. Kein Ersatzmaterial ist so einfach und kostengünstig verarbeitbar wie Plastik. Es liegt also auf der Hand, dass plastikfrei verpackte Produkte Unternehmen und dann natürlich auch den Verbraucher mehr kosten würden. Gibt es also keine plastikfreien Alternativen in unseren Geschäften, weil es schlichtweg zu teuer ist? Nein so einfach ist es nicht… Ein Großteil der Menschen, gerade in Deutschland, sind sich mittlerweile sehr bewusst, dass unser Umgang mit Plastik so nicht länger unterstützt werden kann und darf. Sie wären auch bereit mehr Geld für plastikfreie Alternativen auszugeben. Gemäß dem Gesetzt von Angebot und Nachfrage gäbe es also bereits jetzt zahlreiche Anbieter von (wirklich) nachhaltigen Verpackungen, wenn der Preis die einzige Hürde darstellen würde. Die Punkte zwei und drei sind allerdings noch größere Hindernisse: Stabilität und Barriere.

Fluch und Segen Stabilität

Papier ist nicht so stabil, wie Plastik. Das klingt erstmal logisch. Ein einfacher Zerreißtest zeigt es bereits: Papier lässt sich viel leichter zerreißen als Plastikfolie. Das ist Fluch und Segen zugleich. Segen, weil allein das schon zeigt, dass Papier viel leichter abgebaut werden kann und schneller zerfällt. Fluch, weil es große Herausforderungen für den Rohstoff Papier als Verpackung bedeutet. Ein Papier für Verpackungen soll idealerweise dieselbe Stabilität aufweisen, wie die Konkurrenz aus Plastik. So weit so gut. In der Praxis erweist sich das als Mammutaufgabe. Es wird mit unterschiedlichen Fasermischungen und Herstellungsverfahren experimentiert. Die Forschung ist hier noch lange nicht abgeschlossen, aber es gibt schon Fortschritte, wie unsere Verpackung zeigt. Jedoch soll die Verpackung nicht nur stabil genug sein, wir benötigen außerdem eine Barriere.

Keine Barrierefreiheit für Lebensmittel

Legt man Papier ins Wasser, weicht es in kürzester Zeit komplett durch. Wollen wir also eine Verpackung aus Papier herstellen, müssen wir uns Gedanken darüber machen, wie man das Produkt einerseits vor eindringender Feuchtigkeit, Wärme und Licht und schützen kann. Andererseits braucht das Lebensmittel eine „Schutzschicht zur Außenwelt“, um die im Lebensmittel enthaltende Feuchtigkeit, Aromen und Fette nicht zu verlieren. Die Lösung ist eine zusätzliche Materialschicht auf der Innenseite der Verpackung, die sogenannte Barriere. Darüber hinaus schützt die Barriere auch vor Stoffen der Druckfarbe, die in das Innere der Verpackung gelangen können, aber natürlich auch davor, dass das Produkt austritt oder in Kontakt mit anderen schädlichen Stoffen oder Organismen kommt.

Die „plastikfreien“ Plastik-Verpackungen

Leider ist das der Punkt, der vielen Herstellern die meisten Kopfschmerzen bereitet. So gehen viele wie folgt vor: Sie beschichten Ihr Papier innenseitig mit einer dünnen Schicht Plastik, oder mischen den Papierfasern einen kleinen Plastikanteil bei. Das ist für den Verbraucher im Nachhinein oft überhaupt nicht zu erkennen. Was aussieht, wie eine alternative Verpackung aus Papier, entpuppt sich dann bei genauerer Betrachtung als „Plastikverpackung im Papiermantel“. Trotzdem: Jeder Schritt weg von reinen Plastikverpackungen ist zunächst einmal einer in die richtige Richtung und als solcher begrüßenswert, nur sollte der Verbraucher darüber nicht getäuscht werden. Will man eine Papierverpackung ohne all diese Kompromisse, muss man sich also zwangsläufig auf die Suche einer geeigneten plastikfreien Beschichtung machen. Hier haben bisher nur einige wenige Papierhersteller wirkliche Lösungen parat und genau hier haben wir eine echte Weltneuheit entdeckt! Unsere Verpackung besitzt eine Barriere, die aus einer pflanzlichen Emulsion besteht, ist somit tatsächlich plastikfrei und deswegen auch mit dem offiziellen Plastic Free Trust Markzertifiziert. Damit haben wir geschafft, was reine Papierverpackungen nicht können: Papier mit den schützenden Eigenschaften einer plastikfreien Barriere zu kombinieren. Eine absolute Innovation!

Leider eignet sich diese Verpackung noch nicht für jedes Produkt. Für die NADURIA EINZIGARTIG Dosen-Produkte konnte beispielsweise noch keine natürliche Barriere entwickelt werden. Unsere plastikfreien Beutel schützen die meisten Produkte des Trockensortiments sehr gut. Die Barriere in unseren plastikfreien Beuteln reicht für stark hygroskopische (Wasser anziehende) Produkte allerdings nicht aus. Deswegen mussten wir für die empfindlichen Protein- und gefriergetrockneten Fruchtpulver des EINZIGARTIG-Sortiments eine andere umweltfreundliche Dosen-Lösung mit einer besseren Barriere einsetzen, damit auch diese Produkte vor äußeren Einflüssen (insb. Feuchtigkeit) geschützt sind.

Unsere NADURIA EINZIGARTIG Dose ist die umweltfreundlichste Dose auf dem Markt, in der aber immer noch ein geringer Anteil Plastik als Barriere eingesetzt wird. Stand jetzt gibt es leider noch keine plastikfreie Alternative, die die geforderten Barriereeigenschaften leisten kann. Das reicht uns aber nicht und wir forschen und entwickeln weiter mit Hochdruck, um auch hier 100% plastikfrei zu werden. Um ehrlich zu sein, haben wir sehr lange überlegt, ob wir unsere EINZIGARTIG Dosen überhaupt auf den Markt bringen wollen. Sie sind nicht perfekt, nicht 100% plastikfrei. Trotzdem können sie über das Altpapier recycelt werden, da sie die dafür zulässigen 5% Plastikanteil nicht überschreiten und wir glauben, dass sie ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung sind. Weitere werden folgen! 

Zusammen anfangen!

Zum Abschluss noch was Positives. Wer sich umschaut wird nicht übersehen können: Die Gesellschaft wacht auf. Wir sind aufgewacht, Ihr seid aufgewacht. Wir alle wollen etwas tun, wollen anfangen Teil der Lösung zu werden oder zumindest weniger das Problem. Leider ist dieser Start oft schwer. Oft ist die Flut an Problemen so überwältigend, dass man fast schon meint, anfangen lohnt sich nicht mehr. Wir neigen in Deutschland zum Perfektionismus, der uns letztlich unnötig ausbremst. Deshalb ist unser Credo: Jede Veränderung zählt und Versuch macht klug! Wir sind Optimisten. Mit unseren Verpackungen haben wir einen ersten Schritt getan und wollen Euch auf unseren Social Media Kanälen und vor allem auch diesem Blog mitnehmen auf die Reise Richtung Plastikfrei. Wir haben mit unseren Produkten mit dem Plastic Free Trust Mark den ersten Meilenstein erreicht. Trotzdem befinden wir uns weiterhin auf dem Weg und nicht am Ziel. Es gibt noch vieles besser zu machen und diesen Herausforderungen stellen wir uns gerne. Ihr seht, zu diesem Thema ist längst noch nicht alles gesagt und maximale Transparenz ist für uns selbstverständlich. Bleibt also dran und lasst uns gerne wissen, was Euch interessiert und wo wir Euch mit unseren Erfahrungen und Insights aus der Branche helfen können. 

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